Donnerstag, 5. NovemberDo., 5. Nov.ThemenSuchePressetext senden

Kopfbild: BohunkaNika, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Baden-WürttembergPolitik & Verwaltung

Land will Warnmeldungen auf digitalen Stadtinfotafeln von Wall ausspielen

Schwarzwald-Lupe-Redaktion

Regierungspräsidium: Landappbw 135794 1819 Behörde Regierungspräsidium Freiburg, "Basler Hof" Freiburg
Symbolbild: Regierungspräsidium · Foto: Elfriede Birkenmayer, CC0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Stuttgart – Wer in Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Reutlingen oder Stuttgart an der Bushaltestelle wartet oder durch die Fußgängerzone geht, könnte künftig amtliche Warnungen auf digitalen Stadtinformationstafeln sehen. Das Land Baden-Württemberg arbeitet dafür mit der Firma Wall zusammen, teilte die Landesregierung mit. Die Warnmeldungen des Landes sollen damit auch über die Tafeln des Unternehmens verbreitet werden können.

Technische Grundlage ist das Modulare Warnsystem (MoWaS), das das Land zur amtlichen Warnung der Bevölkerung nutzt. Über dieses System lassen sich Meldungen an verschiedene angeschlossene Warnmittel übermitteln. Künftig gehören dazu auch die Stadtinformationstafeln von Wall.

Innenminister Manuel Hagel, zugleich stellvertretender Ministerpräsident, sagte: „Im Ernstfall zählt jede Sekunde.“ Man müsse alle Kanäle nutzen, um die Menschen dort zu erreichen, wo sie sind. Die Tafeln seien eine Ergänzung für den Warnmix im Land.

Patrick Möller, Geschäftsführer von Wall, sagte, das in die Anlagen integrierte Warnsystem informiere im Krisen- oder Katastrophenfall unverzüglich über Gefahrenlagen. Die Screens stünden im öffentlichen Raum und erhöhten die Reichweite der Warnmittel im Land weiter.

Meldungen auf den Displays machen Gefahrenhinweise samt Empfehlungen, was zu tun ist, sichtbar. Sie können Menschen erreichen, die etwa in Fußgängerzonen unterwegs sind oder an Haltestellen warten. Damit erweitert das Land die bisherigen Warnwege: Dazu zählen Warn-Apps wie NINA, Cell Broadcast sowie Rundfunk und Fernsehen.

Wall ist nach Angaben des Landes ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin, spezialisiert auf Stadtmöblierung und Außenwerbung. In Baden-Württemberg betreibt es aktuell in Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Reutlingen und Stuttgart digitale Stadtinformationstafeln.

Knapp gesagt

  • Beteiligte: Land Baden-Württemberg und die Firma Wall
  • Warnsystem: Modulares Warnsystem (MoWaS)
  • Städte mit Wall-Tafeln in Baden-Württemberg: Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Reutlingen, Stuttgart
  • Weitere Warnmittel: Warn-Apps wie NINA, Cell Broadcast, Rundfunk und Fernsehen

Faktenkasten

Wall wurde laut Unternehmenswebsite vom Firmengründer Hans Wall im badischen Ettlingen gegründet, damals als Wall Verkehrsanlagen GmbH. Das Unternehmen nennt sich dort den ersten deutschen Stadtmöblierer und Außenwerber mit eigenem Produktionswerk.

Später gewann Wall nach eigenen Angaben in Berlin die Ausschreibung für Wartehallen der BVG und verlegte den Unternehmenssitz nach Berlin. Die Zentrale für rund 200 Mitarbeitende liegt inzwischen in der Heidestraße in der Berliner Europacity.

Im September erwarb JCDecaux laut Unternehmenswebsite die Mehrheit an der Wall AG. Die Wall AG und die JCDecaux Deutschland GmbH schlossen sich im Juli, so die Website des Unternehmens, zu einer gemeinsamen GmbH zusammen, die als Wall firmiert.

Nach Angaben des Unternehmens sicherte sich Wall in Mannheim abermals die Vergabe der Werberechte im öffentlichen Raum, die bis 2035 gelten, und kümmert sich außerdem um die Erneuerung der kompletten Stadtmöblierung.

Mehr unter der Lupe: Baden-Württemberg