Rheinfelden (Baden) – Ab dem 23. November, noch vor dem Weihnachtsmarkt, soll die Polleranlage in der Rheinfelder Fußgängerzone in Betrieb gehen. Das war eines der Themen bei der jährlichen großen Sitzung des Stadtteilbeirats Kernstadt unter Leitung von Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, wie die Stadt Rheinfelden (Baden) mitteilte. Im Mittelpunkt standen außerdem der Schutz vor Hitze in der Innenstadt und der Umgang mit leerstehenden Geschäften.
Jürgen Maulbetsch, der Sprecher des Beirats, formulierte das Anliegen so: „Unser Ziel ist eine attraktive Kernstadt, eine klimaangepasste Innenstadt sowie die Berücksichtigung der Interessen von Kindern und Jugendlichen“.
Poller und Einbahnregelung
Dominic Rago, Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung, stellte die Pläne vor. Werktags werden die Poller zwischen 6 und 10 Uhr abgesenkt. Auf dem Wochenmarkt, meist dienstags und samstags, ist das Zeitfenster kürzer: nur von 6 bis 8 Uhr. Wer berechtigt ist, bekommt eine Zufahrtsgenehmigung.
Vorgesehen ist eine Einbahnstraßenregelung. Hineingefahren wird über die Kronenstraße beim Hiebermarkt, hinaus geht es über den Oberrheinplatz in die Nollingerstraße Richtung Norden. Radfahrer dürfen weiterhin durch die Fußgängerzone, auch gegen die Einbahnrichtung. E-Scooter bleiben dort verboten, was im Beirat auf große Zustimmung stieß. Rago erinnerte daran, dass schon jetzt regelmäßig kontrolliert wird.
Hitzeaktionsplan und Begrünung
Marcel Maier arbeitet seit dem Herbst gemeinsam mit seiner Kollegin Amrei Kuhne bei der Stadt an einem Klimaanpassungskonzept. Zuerst soll ein Hitzeaktionsplan entstehen, der kurzfristige Maßnahmen bündelt, damit die Bevölkerung an besonders heißen Tagen besser geschützt ist.
In der Diskussion ging es auch darum, die Innenstadt stärker zu begrünen. Eberhardt machte deutlich, dass sich das nicht so leicht umsetzen lasse, wie es scheine. Bäume in der Fußgängerzone könne man nicht ohne Weiteres pflanzen. Er erklärte: „In diesem Bereich liegen ganz viele Leitungen“.
Leerstand und Kapuzinerstraße
Die ursprünglich geplante großzügige Umgestaltung der Kapuzinerstraße ist vorerst nicht möglich. Die Stadt konnte die nötigen Grundstücke nicht erwerben, weil sich Eigentümer und Stadt beim Preis nicht annähern konnten. Nun prüft die Verwaltung, ob kleinere Maßnahmen die Aufenthaltsqualität verbessern können.
Zum Thema Leerstand äußerten sich Wirtschaftsförderer Michael Meyer und die neue Citymanagerin Sara Gempp. Aktuell stehen etwa fünf Prozent der Geschäftslagen leer. Die Stadt tausche sich regelmäßig mit den Eigentümern aus und unterstütze dabei, passende Interessenten zu finden. Nicht alle Wünsche und Vorstellungen seien aber miteinander vereinbar.
Gempp stellte Ideen vor, wie leere Schaufenster bis zur Neuvermietung ansprechender werden könnten: zeitweise Nutzung durch Unternehmen von außerhalb der Innenstadt, kreative Gestaltung durch Gastronomiebetriebe oder Pop-up-Stores. Dafür müssen die Eigentümer erst gewonnen werden.
Die Beiratsmitglieder brachten außerdem eigene Fragen und Anregungen ein.
Lesart
Dass E-Scooter aus der Fußgängerzone draußen bleiben, dürfte vielen Fußgängern entgegenkommen. Ob die Zeitfenster für Berechtigte im Alltag ausreichen, sagt die Mitteilung nicht. Bei den leeren Schaufenstern liegt der Ball bei den Eigentümern: Die Ideen sind nur so viel wert, wie viele dabei mitmachen.




