Stuttgart – Mehr Sirenen für Städte und Gemeinden im Land: Mit dem Sirenenförderprogramm 2026 unterstützen das Land Baden-Württemberg und der Bund den Ausbau der Warninfrastruktur. Das Innenministerium teilte mit, dass dafür insgesamt rund 2,1 Millionen Euro bereitstehen. Davon trägt das Land rund 950.000 Euro. Mit dem Geld können Kommunen neue Sirenen anschaffen oder ihr bisheriges Netz erweitern.
Insgesamt 24 Kommunen können eine Förderung für zusammen 155 neue Sirenenanlagen erhalten. Aus unserer Region stehen unter anderem Ettenheim (Ortenaukreis), Deißlingen (Landkreis Rottweil), Seitingen-Oberflacht und Talheim (Landkreis Tuttlingen) sowie Stühlingen (Landkreis Waldshut) auf der Liste. Ettenheim erhält Geld für 3 Mastsirenen, die Gesamtfördersumme beträgt 52.020 Euro. Deißlingen kann mit 78.100 Euro für 4 Dachsirenen und 2 Mastsirenen rechnen. Seitingen-Oberflacht und Talheim bekommen jeweils 21.700 Euro für 2 Dachsirenen. In Stühlingen fließen 156.200 Euro in 8 Dachsirenen und 4 Mastsirenen.
Das Programm staffelt die Förderung nach Anlagentyp: Eine Sirenenanlage in Dach- oder Gebäudemontage wird mit bis zu 10.850 Euro bezuschusst, eine Anlage in Masterrichtung mit bis zu 17.350 Euro und ein Sirenensteuerungsempfänger mit bis zu 1.000 Euro. Die Förderanträge prüfen und bewilligen die vier Regierungspräsidien Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen.
Die Sirenenförderung in Baden-Württemberg wird damit fortgeführt. In den zurückliegenden Jahren wurden nach Angaben des Ministeriums bereits rund 16 Millionen Euro an Fördermitteln bereitgestellt.
Innenminister Manuel Hagel, zugleich stellvertretender Ministerpräsident, sagte: „Sicherheit gibt es nur im Verbund.“ Bei Katastrophen und anderen Gefahrenlagen müsse man die Menschen schnell und zuverlässig warnen. Baden-Württemberg setze dafür auf möglichst viele Warnwege, damit die Menschen jederzeit erreicht werden. Die Sirene sei dabei ein unmissverständlicher Weckruf. Auch bei den Kosten müssten Land, Bund und Kommunen zusammenhalten.
Knapp gesagt
- Gesamtvolumen: rund 2,1 Millionen Euro von Land und Bund, davon rund 950.000 Euro vom Land
- Förderung für 155 neue Sirenenanlagen in 24 Kommunen
- Förderhöhe: bis zu 10.850 Euro (Dach- oder Gebäudemontage), bis zu 17.350 Euro (Masterrichtung), bis zu 1.000 Euro (Sirenensteuerungsempfänger)
- Prüfung und Bewilligung: Regierungspräsidien Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen
Faktenkasten
Grundlage für das Sirenenförderprogramm 2026 ist, wie schon im Vorjahr, die Vereinbarung von Bund und Ländern zum Sirenenförderprogramm 2.0. Antragsberechtigt sind laut Innenministerium alle Gemeinden in Baden-Württemberg. Anträge konnten bis zum 31. Juli 2026 bei der zuständigen Bewilligungsstelle eingereicht werden.
Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Sirenen in das Modulare Warnsystem (MoWaS) über den Digitalfunk BOS eingebunden werden können. Dadurch lassen sich die Sirenen auch in überregionalen Gefährdungslagen durch Bund und Länder auslösen. Nach Angaben des Ministeriums können mit einem MoWaS-Anschluss in einem Arbeitsgang zusätzlich zur Sirene auch Warn-Apps oder Rundfunk- und Fernsehanstalten mit der Meldung versorgt werden.
Laut den FAQ des Ministeriums sind mobile Sirenenanlagen und Wartungskosten nicht förderfähig. Auch der Standortwechsel einer Bestandssirene wird nicht gefördert. Sirenen mit Sprachausgabe sind dagegen förderfähig, wenn sie die Förderbedingungen erfüllen.
Lesart
Die Liste zeigt, dass neben größeren Städten auch Gemeinden wie Talheim oder Seitingen-Oberflacht bedacht werden. Offen bleibt, wie viele Kommunen sich insgesamt beworben haben und wie schnell die neuen Anlagen stehen. Für Bürger lohnt sich der Blick bei der eigenen Gemeinde, ob sie auf der Liste steht.




