Samstag, 7. NovemberSa., 7. Nov.ThemenSuchePressetext senden

Kopfbild: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

KonstanzGesundheit & Soziales

Landkreis Konstanz startet erstmals Kampagne gegen K.O.-Tropfen

Schwarzwald-Lupe-Redaktion

00 8921 Konstanz - Bodensee
Symbolbild: Konstanz · Foto: W. Bulach, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Datei · Lizenz)

Der Landkreis Konstanz führt erstmals eine kreisweite Kampagne gegen die heimliche Gabe von K.O.-Tropfen durch. Sie trägt das Motto „K.O.-Tropfen? Schütze dich!“, wie das Landratsamt Konstanz mitteilte. Die Kampagne soll zeigen, wie man sich schützen kann, und Betroffenen bei einem Verdacht schnell Hilfe ermöglichen. Angesprochen sind vor allem junge Menschen, Eltern, Lehrkräfte, Veranstaltungsbetreibende und Feiernde.

Die Öffentlichkeitsarbeit beginnt zur Fastnacht am 11. November 2026. Im ganzen Landkreis werden Plakate und Informationen mit Notfallnummern verteilt. Veranstalter bekommen schützende Getränkeabdeckungen kostenlos. Eine Präsentation steht Schulen und Jugendeinrichtungen zur Verfügung. Für Eltern und Lehrkräfte gibt es außerdem einen Flyer. Er erklärt, woran man Gefahren erkennt und wie man im Ernstfall richtig reagiert.

Die Gleichstellungsbeauftragte und das Kreisjugendreferat des Landkreises stehen hinter der Aktion. Mit dabei sind Präventionsräte, die Kriminalprävention, die Polizei und die Jugendhäuser der Kommunen. Die Beteiligten wollen Betroffene durch Aufklärung und sichtbares Infomaterial besser schützen und mögliche Täter abschrecken.

Oft haben K.O.-Tropfen weder Farbe noch Geschmack noch Geruch. Man kann sie unbemerkt in Getränke geben, und sie wirken unter Umständen schon nach zehn bis 20 Minuten. Als mögliche Anzeichen nennt das Landratsamt plötzlichen Schwindel, Übelkeit, Benommenheit oder das Gefühl, deutlich stärker betrunken zu sein, als es die getrunkene Menge erklärt. Wer anderen heimlich Substanzen verabreicht, begeht eine schwere Straftat.

Viele Substanzen baut der Körper schnell ab, im Blut oder Urin lassen sie sich teils nur wenige Stunden finden. Bei Verdacht sollten Betroffene deshalb sofort Freunde oder das Veranstaltungspersonal informieren und ärztliche Hilfe suchen. In akuten Fällen ist der Rettungsdienst unter 112 oder die Polizei unter 110 zu rufen. Betroffene sollen nicht allein gelassen, Verdachtsfälle ernst genommen werden.

Knapp gesagt

  • Start der Öffentlichkeitsarbeit: Fastnacht am 11. November 2026
  • Notfall: Rettungsdienst 112, Polizei 110
  • Veranstalter erhalten Getränkeabdeckungen kostenlos
  • Informationen, Beratungsangebote und Bestellung von Kampagnenmaterial: www.stopp-ko.coolzap.de
  • Kontakt per E-Mail: [email protected]

Faktenkasten

Zur Häufigkeit gibt es laut Bundesregierung keine klaren Zahlen: Die amtliche Strafverfolgungsstatistik erfasst nicht, welches Tatmittel bei sexuellen Übergriffen eingesetzt wurde. Die Bundesregierung weist außerdem darauf hin, dass K.-o.-Tropfen nur sehr kurz im Körper nachweisbar sind, oft nur wenige Stunden.

Nach Angaben der Bundesregierung sind mit K.-o.-Tropfen verschiedene Drogen und Substanzen gemeint. Die Opfer seien in der Regel über mehrere Stunden bewusstseinsgetrübt und könnten sich meist später nicht mehr erinnern. Bei Überdosierung drohe eine Atemlähmung, im schlimmsten Fall der Tod.

Die Polizei Baden-Württemberg bietet laut Antwort der Landesregierung im Landtag ein Faltblatt, ein Informationsblatt und ein Plakat mit dem Titel „K.O.-Tropfen – Die Gefahr lauert im Glas!“ an. Darin gehe es um Gefahren und Wirkungsweisen und darum, was im Ernstfall zu tun ist.

Lesart

Die Kampagne setzt laut Mitteilung auf Plakate, Notfallnummern und Getränkeabdeckungen, die für Veranstalter kostenlos sind. Offen bleibt, wie viele Veranstalter sie tatsächlich nutzen. Leser sollten die genannten Notrufnummern parat haben.

Mehr unter der Lupe: Landkreis Konstanz