Singen (Hohentwiel) – Das Singener Schloss gehört jetzt der Stadt. Am 15. Oktober 2026 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet, wie die Stadt Singen mitteilte. Ihre Unterschrift setzten Georg Graf Vetter von der Lilie, Raimund Klausner als Finanzvorstand der PRISMA Unternehmensgruppe sowie Oberbürgermeister Bernd Häusler unter das Dokument. Damit ist formell besiegelt, was zuvor der Gemeinderat beschlossen hatte.
Mit dem Schloss kauft die Stadt auch den gesamten Schlosspark. Häusler zufolge war der Kauf allein durch die umfangreiche Städtebauförderung des Landes Baden-Württemberg realisierbar. Im Frühjahr hatte Regierungspräsident Carsten Gabbert der Stadt den Aufstockungsbescheid über 1,3 Millionen Euro übergeben. Der Bescheid gilt für die Ausweitung der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Scheffelareal“. Nach der Förderzusage zahlt die Stadt für den Ankauf noch eine Restsumme von ca. 1,8 Millionen Euro.
Investitionen und Nutzung
Laut Häusler sind durch Städtebaufördermittel auch künftige Investitionen im Gebäude möglich, etwa eine neue Heizung. Städtische Mittel dafür seien im Haushalt 2027 eingeplant. Wie das Haus weiter genutzt werden soll, wird nach dem Ankauf konkretisiert.
Graf Enzenberg ließ das Schloss in den Jahren 1809 bis 1810 erbauen. Heute ist dort das archäologische Hegau-Museum der Stadt untergebracht, dessen Sammlung bis in die Steinzeit zurückreicht. Im zweiten Obergeschoss hat die Kreisarchäologie ihren Sitz.
Bisheriger Eigentümer
Bisher gehörte das Schloss der Schlossquartier Singen GmbH & Co. KG. Jeweils die Hälfte davon liegt in den Händen der gräflichen Familie Vetter von der Lilie sowie der PRISMA Unternehmensgruppe. PRISMA mit Sitz in Dornbirn gestaltet nach eigenen Angaben Stadtquartiere und ist inzwischen an über 40 Standorten mit mehr als 100 Gebäuden vertreten.
Nach dem Verkauf widmet sich die Gesellschaft den noch unbebauten Grundstücken des Schlossquartiers an der Schaffhauser Straße. Rathaus, Stadthalle, Stadtpark und Aachbad liegen in wenigen Gehminuten, die Natur ist gleich nebenan. Geplant ist dort ein abwechslungsreicher, zukunftsfähiger Ort nach dem Leitbild der 15-Minuten-Stadt.
Lesart
Museum und Kreisarchäologie sind im Schloss untergebracht; ob das so bleibt, nennt die Mitteilung nicht. Offen ist auch, was die Stadt mit dem Schloss über die Heizung hinaus vorhat. Interessant wird, wie die Bürger in die Überlegungen zur künftigen Nutzung einbezogen werden.




