Lahr/Schwarzwald – Die 27. Chrysanthema in Lahr hat nach Angaben der Stadt viele Besucher in die Innenstadt gebracht. Die Stadt Lahr/Schwarzwald teilte mit, auf ein stürmisches Eröffnungswochenende seien zehn sonnige Tage gefolgt. Das Blumenfestival zog demnach Besucher von nah und fern an.
Busse und Stadtführungen
Knapp 290 Reisebusse brachten rund 15.000 Gäste. Am Mittwoch, 28. Oktober 2026, erreichten 45 Reisebusse die Kapazitätsgrenze der vorhandenen Busparkplätze. 37 Prozent der Busse kamen aus der Schweiz, das sind 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa vier Prozent der Busse hatten eine Anfahrt von über 100 Kilometern. Reisegruppen kamen auch aus Belgien, Estland, Tschechien, Dänemark und England.
Das Stadtmarketing wirbt aus Budgetgründen und wegen der regionalen Ausrichtung nur in der Region für die Chrysanthema. Die Bekanntheit wächst daher auch durch die Vermarktung der Reiseveranstalter. Die Reisegruppen meldeten durchweg Positives zurück und lobten die historische Innenstadt, die inhabergeführten Geschäfte und die gärtnerische Gestaltung.
Knapp 270 geführte Stadtrundgänge fanden statt. Mehrfach stießen die 22 Gästeführerinnen und Gästeführer an ihre Kapazitätsgrenze. Am Sonntag, 25. Oktober 2026, gab es mit 48 Führungen den stärksten Tag. Die Nachfrage aus Frankreich stieg um 40 Prozent auf insgesamt 25 Führungen, die Zahl der Schweizer Führungen blieb stabil.
Bühne, Ausstellung und Gestaltung
Konzerte, Kochshows und Floristikvorführungen lockten viele Menschen auf den Marktplatz. In den ersten zehn Tagen war er nahezu durchgehend besucht und zeitweise fast vollständig belegt. Ein Höhepunkt war Allerheiligen mit dem Tag der Chöre. Die Sonderausstellung „Florale Skulpturen aus Holz“ von Jean Luc Ringwald im Stadtmuseum sahen rund 1.800 Interessierte innerhalb von 20 Tagen. Das Stadtmuseum verzeichnete damit einen Besucherrekord im Rahmen der Chrysanthema.
Die Blumenarrangements wurden nach Angaben der Stadt aufmerksam betrachtet und vielfach in sozialen Medien geteilt. Die Kampagne des Stadtmarketings in sozialen Netzwerken kam auf Facebook und Instagram auf rund 280.000 Impressions und mehr als 100.000 erreichte Personen. Ausgespielt wurde sie gezielt an Interessierte in Deutschland, Frankreich und der Schweiz.
Handel, Gastronomie und Familien
Am Bahnhof warteten am späten Nachmittag große Menschengruppen auf Züge, auch Parkplätze und Parkhäuser waren ausgelastet. Viele Gäste parkten in den Randbereichen und gingen längere Wege in die Innenstadt.
Michael Schmiederer, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Lahr, betonte: „Nach wie vor ist die Chrysanthema ein Besuchermagnet. Auch wenn der erste Sonntag wegen Sturmwarnung durchwachsen war, sind wir zufrieden.“ SchuhZeit-Inhaberin Petra Wöhrlin war bis auf den verkaufsoffenen Sonntag sehr zufrieden und nannte viele Kundinnen und Kunden aus Frankreich auffallend. Gefragt waren Chrysanthemen-Bier, Tee mit Chrysanthemenblüten und Umami-Salz.
Sascha Hoffmann, Inhaber von Schäfer’s Eck, erlebte seine erste Chrysanthema als Gastronom. Er sagte, man habe im Vorfeld Respekt gehabt, nun sei die Chrysanthema sehr gut für das Bistro gewesen. Steffen Bernack vom Waldkindergarten Flitzebogen berichtete von gut besuchten Werkstattangeboten und vielen Familien aus Frankreich an Allerheiligen.
Oberbürgermeister Markus Ibert nannte die Chrysanthema einen bedeutenden touristischen Anziehungspunkt, der Handel und Gastronomie stärke. Die Stadt dankt allen Gärtnerinnen und Gärtnern, Künstlern, Mitwirkenden, Gästeführern, Betrieben, Vereinen, Institutionen und Helfern.
Faktenkasten
Die Chrysanthema fand 2026 von Samstag, 24. Oktober, bis Sonntag, 08. November 2026, statt, wie die Stadt Lahr auf ihrer Website mitteilt. Besucher können dort laut Stadt einen Rundweg durch die geschmückte Innenstadt gehen, mit Blumenbeeten, künstlerischen Blumenwagen und Häuserschmuck mit Kaskadenchrysanthemen.
Auf dem Marktplatz gibt es laut Stadt täglich ein Kultur- und Musikprogramm. Nach Angaben von Wikipedia findet die Blumenausstellung jährlich im Spätjahr statt.
Lesart
Die Bilanz ist erkennbar von der Stadt selbst gezogen. Auffällig ist, dass die Mitteilung fast ausschließlich Lob und Zufriedenheit wiedergibt; Kritik oder Probleme werden nur am Rande genannt, etwa der durchwachsene erste Sonntag. Unabhängige Besucherzahlen für das gesamte Festival nennt sie nicht.




