Oberkirch – Zwischen Oberkirch-Zusenhofen und Renchen-Erlach können Radfahrer und Fußgänger jetzt auf einem eigenen Weg unterwegs sein. Die Strecke an der K 5305 ist offiziell freigegeben, wie das Landratsamt Ortenaukreis mitteilte. Landrat Thorsten Erny gab die rund 1,1 Kilometer lange Strecke gestern, am Montag, zusammen mit Gästen aus dem Regierungspräsidium Freiburg und den beteiligten Kommunen frei.
Damit ist eine Lücke zwischen den vorhandenen Radwegen geschlossen, die von Erlach Richtung Ulm und von Zusenhofen Richtung Appenweier führen. Wer hier zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, bleibt künftig vom motorisierten Verkehr getrennt. Der Weg ist 2,50 Meter breit, beginnt am nördlichen Ortsausgang von Zusenhofen, endet am südlichen Ortseingang von Erlach und zählt zum Freizeitnetz des RadNETZ Baden-Württemberg. In Erlach wurde für Radler eine eigene Linksabbiegertasche angelegt, die einen geschützten Platz zum Aufstellen vor dem Wechsel auf den neuen Weg bietet.
Die Bauzeit betrug rund vier Monate. Beim Spatenstich im Juni war die Fertigstellung bis zum Jahresende vorgesehen, die Arbeiten waren aber schon Mitte Oktober abgeschlossen. Erny freute sich über den frühen Abschluss. Der Landrat betonte: „Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, will sich darauf verlassen können, dass er auch auf dem nächsten Abschnitt sicher weiterkommt“. Besonders für Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg zähle, dass sie nicht mehr gemeinsam mit den Autos geführt werden.
Oberkirchs Oberbürgermeister Gregor Bühler sagte, die neue Verbindung sorge für mehr Sicherheit, stärke den Radverkehr und mache klimafreundliche Mobilität im Alltag attraktiver. Stephanie Bartsch, die Bürgermeisterin von Renchen, fügte hinzu: „Mobilität verändert sich – sichere Radwege werden immer wichtiger. Ich freue mich, dass der neue Radweg Erlach und Zusenhofen verbindet.“
Benedikt Edeler vom Regierungspräsidium Freiburg verwies auf die vielen Radwegprojekte, die der Ortenaukreis in den vergangenen Jahren umgesetzt hat. Besonders hob er die gute Förderung hervor: 90 Prozent der Kosten stammen aus Mitteln des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG) und des Bundesprogramms „Stadt und Land“.
Insgesamt kostet der Weg rund 881.000 Euro. Was nicht gefördert wird, sowie den Eigenanteil bei den förderfähigen Bau- und Grunderwerbskosten übernehmen zu 40 Prozent die beteiligten Kommunen und zu 60 Prozent der Ortenaukreis. Erny bedankte sich bei Bund und Land für die Förderung und bei den Städten Oberkirch und Renchen für das gemeinsame Vorgehen sowie ihren finanziellen Beitrag. Besonders dankte er den Grundstückseigentümern, die Flächen bereitgestellt haben.
Im Ortenaukreis sollen bis zum Jahresende insgesamt 6,6 Kilometer neuer Radwege fertiggestellt sein. Das Netz an den Kreisstraßen wächst damit auf knapp 197 Kilometer.
Faktenkasten
Der Spatenstich fand laut Mitteilung des Landratsamts an einem Mittwoch im Juni statt. Alexandra Roth, Dezernentin für Infrastrukturen im Landratsamt, setzte ihn gemeinsam mit Gregor Bühler, Stephanie Bartsch und den Ortsvorstehern Tanja Weinzierle (Zusenhofen) und Herbert König (Erlach).
Damals hieß es, der kurvenreiche und teilweise unübersichtliche Straßenverlauf habe insbesondere Radfahrer bislang vor eine Herausforderung gestellt. Besonders Schülerinnen und Schüler sollten von dem Abschnitt profitieren, weil sie nicht mehr auf der Straße fahren müssen.
Die Bauarbeiten hatten im Juni begonnen und sollten spätestens im Dezember 2026 abgeschlossen sein. Zum Spatenstich nannte das Landratsamt ebenfalls rund 881.000 Euro als geplante Gesamtkosten.
Lesart
Ein durchgehender Weg abseits der Kreisstraße schließt laut Mitteilung eine Lücke im Radwegenetz. Die Mitteilung nennt Kosten und Förderung offen. Wie stark der Weg nach der Eröffnung genutzt wird, lässt sich daraus noch nicht ablesen.




