Singen (Hohentwiel) – Am Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 gibt es in Singen eine szenische Lesung zum Thema Radikalisierung. Carsten Degenhardts Text „ICH, die Finsternis!“ wird am Montag, 9. November, um 11 Uhr in der Stadtbücherei Singen gelesen. Das teilte die Stadt Singen (Hohentwiel) mit. Cornelia Hentschel und Kami Wilhelmina Manns tragen den Text vor, der Eintritt ist frei.
Zu der Veranstaltung laden die Städtischen Bibliotheken Singen, die GEMS sowie das Theater „Die Färbe“ ein. Die Veranstaltung gehört zu einer bundesweiten Initiative von Carsten Degenhardt. Die Lesungen finden auf großen und kleinen Bühnen statt. Die Beteiligten wollen damit ein Signal setzen: gegen Extremismus, gegen das Vergessen, für eine lebendige Demokratie.
Im Mittelpunkt des Stücks steht ein 18-Jähriger. Er wächst in einem Elternhaus auf, das von völkischem Gedankengut geprägt ist, und gerät zunehmend in Konflikt mit seinem Geschichtslehrer. Der Text beruht auf jahrelanger Recherche. Nach Angaben der Veranstalter soll der Text erfahrbar machen, wie Radikalisierung funktioniert, und zur Auseinandersetzung anregen.
Dass die Lesung bundesweit gerade am 9. November stattfindet, sei kein Zufall, heißt es in der Mitteilung. Der Tag solle an den Wert eines liebevollen Miteinanders erinnern, an Begegnungen, die verbinden statt zu trennen, und an die Verantwortung, füreinander einzustehen.
Knapp gesagt
- Termin: Montag, 9. November, um 11 Uhr
- Ort: Stadtbücherei Singen
- Es lesen Cornelia Hentschel und Kami Wilhelmina Manns
- Eintritt: frei
Lesart
Interessant ist der Ansatz, Radikalisierung aus der Sicht eines jungen Menschen zu erzählen, statt nur über sie zu sprechen. Der freie Eintritt senkt die Hürde für einen Besuch.




